Motorsport mit historischen Rennmotorrädern
Gut drei Jahrzehnte ist es her, als Motorradweltrekordmann Wilhelm Herz, damaliger Leiter der Hockenheimring Gmbh eine Handvoll Besitzer historischer Rennmaschinen zu einem Demonstrationslauf ins geschichtsträchtige, Badische Motodrom einlud.
Keiner der Beteiligten, die seinem Ruf folgten und am 10. Mai 1970 im Rahmen des Internationalen Maipokalrennens ihre Kostbarkeiten dem begeisterten Publikum präsentierten, hätte auch nur im Traum daran gedacht, dass sich einmal aus diesem denkwürdigen Treffen eine Deutsche - Meisterschaft entwickeln würde.
Das Interesse, hin und wieder die alten Schätze zu bewegen nahm zu, und rasch wuchs der Kreis derer, die ihr altes „Eisen“ wieder zurück auf die Rennstrecke bringen wollten, anstatt es in Museen oder privaten Versammlungen verstauben zu lassen.
Schon bald gab es die ersten Überlegungen, das Ganze noch etwas spannender zu gestalten, in dem man durch Einführung einer Wertung einen Wettbewerb einführte. Warum auch nicht – immerhin wurden die Maschinen ja irgendwann einmal ausnahmslos für den Wettbewerb entwickelt.
Der 1959 gegründete Veteranen-Fahrzeug-Verband (VfV e.V.) griff den Gedanken auf und suchte nach einem geeigneten Wertungsmodus, der einerseits das kostbare, zum Teil unwiederbringliche Maschinenmaterial schonen sollte, andererseits aber einer kleinen Rennmaschine von 1928 die gleichen Sieges-Chancen einräumte wie zum Beispiel einer Werks-BMW Maschine aus dem Jahre 1954.
In jenen Jahren wurde der Gedanke der Gleichmäßigkeitsläufe geboren. Ein Wettbewerbsmodus, bei dem jeder Fahrer seine Geschwindigkeit selbst bestimmen kann und allen teilnehmenden Maschinen-unabhängig von Hubraum, Leistung und Baujahr-gleiche Siegeschancen eingeräumt werden.
Die ständig steigende Beliebtheit dieser Motorsportart führte zu immer größeren Starterfeldern, so dass schon bald die Einführung einzelner Klassen erforderlich wurde.
Zunächst nur in Abhängigkeit der Baujahre, wie beispielsweise 1920-1930, 1931-1947 usw.
Weil im Laufe der Jahre aber immer neue Klassen hinzukamen und die Starterfelder der einzelnen Klassen buchstäblich aus allen Nähten zu platzen drohten, erfolgte irgendwann noch eine zusätzliche Einteilung in verschiedene Hubraumklassen.
Innerhalb von wenigen Jahren haben sich die anfänglichen Treffen zu einer Internationalen VfV- Meisterschaft entwickelt, die in den 90er Jahren unter der Hoheit des DMSB sogar zu einer echten Deutschen Meisterschaft-der sogenannten DHM avancierte.
Mittlerweile fahren Rennmaschinen um die DHM, die beim ersten Treffen in Hockenheim vor mehr als 30 Jahren brandaktuell waren.
Heute gehen bei ca. 6-9 Meisterschaftsläufen jedes Jahr Solomotorräder und Gespanne in 20 verschiedenen Klassen an den Start. Wobei, bei den Vorkriegsklassen ein leichter Rückgang zu verzeichnen ist. Hier legt man Teilnehmerschwache Klassen mit Leistungsähnlichen zusammen, um Platz für Klassen neueren Baujahrs zu schaffen. (Einteilung ist in Arbeit)
Bei einem Gleichmäßigkeitslauf handelt es sich nicht um ein Rennen, sondern wie der Name schon sagt, darum, dass derjenige Fahrer der Gewinner ist, der seine Maschine am gleichmäßigsten um den Kurs bewegt. Um diesen zu ermitteln, müssen einige Spielregeln beachtet werden. Alle Teilnehmer müssen am Training bzw. Pflichttraining teilnehmen.
Einerseits um die Strecke kennenzulernen und anderseits um die Startposition herauszufahren.
Ohne Training erhält der Fahrer keine Startgenehmigung !
Die Startaufstellung erfolgt nach den gefahrenen Zeiten im Pflichttraining.
Die gefahrenen Zeiten im Pflichttraining werden nicht veröffentlicht !!
Ob die Wertungsläufe mit Schiebestart oder Kupplungstart (laufender Motor) gestartet werden, wird jeweils an der Fahrerbesprechung (Teilnahme ist Pflicht) vor Veranstaltungsbeginn bekannt gegeben.
Drei Minuten vor dem Start müssen die Helfer den Startplatz räumen, die Fahrer dürfen Ihren Platz nicht mehr verlassen. Wer seinen Motor vor dem Ende der Boxenstrasse oder einer festgelegten Markierung noch nicht gestartet hat, wird vom Lauf ausgeschlossen.
Frühstart wird mit 60 Strafpunkten geahndet.
Die erste gefahrene Runde gilt nicht für die Zeitnahme.
Die zweite gefahrene Runde ist die Referenzzeit für jeden einzelnen Fahrer.
Er sollte dann alle folgenden Runden (bis zum abwinken des Laufes) in der gleichen Zeit,
wie seine zweite gefahrene Runde absolvieren.
Es werden nicht alle Runden zur Wertung herangezogen. In der Regel sind es 3-7 Runden.
Immer abhängig davon wie die Streckenlänge ist. (Welche Runden legt die Zeitnahme fest.)
Der langsamste Fahrer muss mindestens 70% der Distanz des schnellsten Fahrers absolviert haben. Es kommen nur Fahrer in Wertung die die Zielflagge passiert haben.
Für jede 1/10 Sekunde Abweichung zur Referenzzeit gibt es 1/10 Strafpunkte.
Sieger ist der Fahrer (in seinem Lauf) mit den wenigsten Strafpunkten.